Daily Life

Stopp für Waffen aus dem 3D-Drucker

18. Oktober 2019

Der führende französische Hersteller von 3D-Druckern Dagoma hat der Verbreitung von Schusswaffen den Kampf angesagt. Mit der Kampagne #ArmesInoffensives wurden bereits über 400 Druckvorlagen für Waffen unschädlich gemacht

13.000 Mal wurden die „nutzlosen“ Schusswaffenmodelle schon heruntergeladen

Sabotage für den guten Zweck: 13.000 „harmlose“ Schusswaffenmodelle
Waffen aus dem 3D-Drucker: Das Thema sorgt immer wieder für gesellschaftliche Debatten, auch über die Grenzen der USA hinaus. Die 3D-Druckwaffen sind verboten, aber ihre Verbreitung über das Internet kaum zu stoppen. Viele Druckvorlagen für solche Waffen sind inzwischen so einfach zugänglich, dass man zum Herunterladen nicht einmal auf das Dark Web zurückgreifen muss.
Diesem Problem stellt sich das französische Startup-Unternehmen Dagoma.Mit Hilfe der Agentur TBWA/Paris wurden in einer groß angelegten Kampagne über das Internet verfügbare 3D-Modelle von Waffen unschädlich gemacht. Auf einer Plattform wurden über 400 sogenannte „Blueprints“ für Waffen zusammengetragen. Die Originaldateien wurden anschließend modifiziert und wieder online gestellt. „Die neuen Waffendateien sehen genau wie das Original aus, die fertig gedruckten Produkte allerdings sind nicht brauchbar“, erklärt einer der Gründer von Dagoma, Matthieu Régnier (Foto). Sie haben aufgrund der „gefakten“ Software zum Beispiel einen unwirksamen Abzug. Bereits 13.000 Mal wurden diese „falschen“ Schusswaffenmodelle heruntergeladen.

 

„Mit einem 3D-Waffen-Detektor in unserer Software gehen wir noch einen Schritt weiter. Künftig können auf Dagoma Druckern keine Schussaffen mehr hergestellt werden“, sagt der Jungunternehmer. Doch der Detektor funktioniert nicht nur bei der firmeneigenen Software. „Wir haben uns entschieden, die Codes als Open-Source zur Verfügung zu stellen, damit andere Hersteller unserem Beispiel folgen können!“, so Vignon weiter. „Wir wollen damit alle Marken und Software-Hersteller aufrufen, gemeinsam zu agieren.“ Die Software ist auf der Homepage von Dagoma verfügbar.

Für die Kampagne hat das Start-up gleich mehrere Auszeichnungen erhalten. Darunter einen „Graphite“ und einen „Yellow“-Pencil des D&AD. Damit zeichnet die Vereinigung für Design and Art Direction herausragende Arbeiten aus der Welt des Designs und der Werbung aus. Hinzu kommen 5 Cannes-Löwen, darunter Gold und Bronze in der Kategorie PR. Der Wagemut der Kampagne wurde beim französischen Grand Prix Strategie zusätzlich mit Gold in der Kategorie „Werbung“ belohnt. „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung. Das Projekt liegt uns sehr am Herzen und wir rufen alle Nutzer auf, gemeinsam gegen Waffen aus dem 3D-Drucker zu agieren“, betont Matthieu Régnier.

Fotos: Dagoma

Der Code ist öffentlich auf GitHub zugänglich. Click here

dagoma3d.com

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