Well Being

Save the Rhinos

23. August 2019

Outdoor-Schuhhersteller Garmont engagiert sich in Südafrika für Nashörner

Die neue Vision von Garmont basiert darauf, Menschen zurück in die Natur zu bringen, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern.

Pierangelo Bressan (Präsident von Garmont International): „Wir möchten dazu beitragen, den jungen Generationen die Natur näher zu bringen und die Ranger von morgen auszubilden. Unternehmen müssen sich involvieren und sich bewusst werden, dass das Leben mehr als Business ist: Wir müssen die Menschen unterstützen, wieder eine Verbindung zur Natur zufinden.“

Im Rahmen der Outdoor by ISPO Messe in München hat die italienische Traditionsmarke für Outdoor- Schuhe vor internationaler Presse und Gästen ihr neues Projekt für soziale Verantwortung in Kooperation mit dem Global Conservation Corps (GCC) bekannt gegeben. Die Pressekonferenz wurde von Pierangelo Bressan, Präsident von Garmont International, Matt Lindenberg (Foto unten)  Gründer und CEO des Global Conservation Corps, sowie Michele Sofisti vom GCC Advisory Board gehalten.

Das italienische Unternehmen mit Sitz in Vedelago (Treviso) hat seine Partnerschaft mit GCC vorgestellt und damit den Beginn einer neuen Unternehmensphase eingeläutet: Ein langfristiges Projekt mit dem Ziel, durch den Erhalt einer natürlichen Umwelt zu einer besseren und sicheren Welt beizutragen und Konzepte zu entwickeln, die es Menschen ermöglichen, einen Bezug zur Natur neu aufzubauen. Und unsere „wilde Seite“ zu leben, um positive Influencer für eine nachhaltige Zukunft zu sein. Die Partnerschaft zwischen Garmont und dem Global Conservation Corps ist der erste Schritt auf einem neuen Weg, der deutlich das Engagement von Garmont für die kommenden Jahre zum Ausdruck bringt.

Es ist eine traurige Gewissheit, dass viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Die Gründe sind vielfältig: Erderwärmung und Abholzung sind nur zwei Beispiele. Zu den bedrohten

Tierarten gehören einige der symbolträchtigsten Wildtiere Afrikas wie das Nashorn und der Elefant, die mit besorgniserregender Geschwindigkeit von der Erdoberfläche verschwinden. Insbesondere für diese Tierarten heißt der Hauptrisikofaktor Wilderei.

Vor allem die Zahlen in Bezug auf die Nashornpopulation sind alarmierend. Der Grund liegt in ihren Hörnern, denn viele Kulturen schreiben dem Rhinozeros-Horn heilende Kräfte zu (die von der Wissenschaft nicht bewiesen sind). Darüber hinaus gelten sie als Symbol von Erfolg und Reichtum. Auf dem Schwarzmarkt erzielen die Hörner höhere Preise als Gold.

Diese Faktoren haben zu einer immer stärkeren Dezimierung des Nashorns geführt, gemäß den Gesetzen des Schwarzmarktes schießen deshalb die Preise der Hörner in die Höhe, was wiederum den Druck auf die lokale Bevölkerung erhöht. Ein Nashorn zu töten und sein Horn zu verkaufen kann das Leben von Menschen in armen Gegenden verändern, denn die Gelegenheiten Geld zu verdienen sind äußerst rar. Wenn Menschen die Bedeutsamkeit der Bewahrung von Tierarten nicht bewusst ist und sie nicht entsprechend sensibilisiert werden, besteht das Risiko der Wilderei. Dieser wird um des kurzfristigen Profits willen kein wirklicher Widerstand entgegengesetzt. Solange die örtlichen Gemeinden nicht aktiv in Artenschutzprogramme involviert sind, wird es schwer sein, diesen Trend umzukehren. Jeden Tag werden in Afrika drei Nashörner von Wilderern erlegt: Bei diesem Rhythmus wird die Spezies im Jahr 2026 ausgestorben sein.

Der Global Conservation Corps (GCC) hat sich verpflichtet, sowohl in die Menschen, als auch die Tierwelt zu investieren, um der Wilderei entgegenzutreten. Ziel ist es, Ranger, Artenschützer und die Gemeinden in Südafrika in die Lage zu versetzen, ihr Naturerbe zu bewahren und langfristig davon zu profitieren. Um die Nashörner und andere Wildtiere zu schützen, muss man sich also auf die Gemeinden an den Grenzen der Naturparks konzentrieren, damit sie Verantwortung für die Tiere, die um sie herum leben, übernehmen. Wenn die Menschen ausgebildet werden und wilde Tiere in ihrer freien Wildbahn sehen, sind sie eher dazu bereit, sie zu beschützen. Das ist die Vision von Matt Lindenberg, die er bei der Gründung der Global Conservation Corps im Jahr 2015 hatte und Garmont davon überzeugte, ebenfalls aktiv zu werden.

„Die eigentliche Tragödie ist die, so merkwürdig dies klingen mag, dass ein Großteil der südafrikanischen Bevölkerung niemals in ihrem Leben, ikonische, afrikanische Wildtiere gesehen hat,“ erklärt Lindenberg. „Wie können wir also erwarten, dass sich die Gemeinden für Wildtiere einsetzen, wenn sie diese nie kennengelernt haben und für sie ein totes Tier eventuell sogar mehr Wert hat, als einlebendes?“

„Aufgrund der Tatsache, dass sie keinen Bezug zu ihrem nationalen Erbe haben und der Armut der Gemeinden, die an den Grenzen der Nationalparks liegen, findet Wilderei einen fruchtbaren Boden. Die Entscheidung ein Tier für Geld zu töten kann leicht dem Artenschutz entgegenwirken, wenn die Bevölkerung keine direkte Verbindung zum Wert des Wildbestands der Tierwelt und dem damit verbundenen Tourismus sieht. Deswegen ist es so wichtig, dass die Liebe zur Wildnis von klein auf gelehrt wird, um den Trend umzukehren. Wenn du etwas nicht liebst, dann tust du auch nichts dafür es zu beschützen.“

Garmont fördert den Global Conservation Corps in seinen Hauptinitiativen und hilft, globale Aufmerksamkeit für diese wichtigen Themen zu erlangen.

„Rhino Man – The Movie“ ist der Titel des Dokumentarfilms, den der Global Conservation Corps produziert hat und der die heldenhafte Arbeit der Ranger in Szene setzt, die jeden Tag aufs Neue ihr Leben riskieren, um die Tiere zu schützen und damit auch künftigen Generationen die Möglichkeit geben, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung noch sehen zu können. Sie sind die letzte Instanz und die letzte Grenze zwischen Überleben und Aussterben von Nashörnern, Elefanten und anderen ikonischen Tierarten. Garmont stattet die Ranger mit qualitativ hochwertigem Funktionsschuhwerk aus, um ihnen während der langen Arbeitstage auf den Beinen und in Bewegung Komfort und Schutz zu gewährleisten.

Das italienische Unternehmen engagiert sich auch aktiv an dem „Future Rangers Program“, ein Projekt des Global Conservation Corps, das offiziell im Januar 2019 startete. Mithilfe dieses Programms will die Organisation mit Schülern im Alter von 5-18 Jahren aus ländlichen Gemeinden arbeiten – mit dem Ziel ein Bewusstsein und Liebe zur Natur zu entwickeln. Sie werden an Umweltschutzthemen und den Wert der Wildtiere herangeführt und lernen, wie man zum Beschützer ihres eigenen nationalen Erbes werden kann. Engagierte Schüler erhalten die Möglichkeit, mit den Rangers zusammenzutreffen, an Exkursionen teilzunehmen und zum ersten Mal die ikonischen Wildtiere Afrikas zu sehen.

Dank der Unterstützung von Garmont, kann das Programm die Anzahl an Schulen und der am Projekt beteiligten Schüler verdoppeln, und darüber hinaus weitere Vollzeitstellen für Erziehern aus den örtlichen Gemeinden schaffen. Das bedeutet, dass tausende von jungen Menschen eine wöchentliche Ausbildung zum Thema Natur- und Artenschutz erhalten und gleichzeitig die Möglichkeit haben sich im Laufe der Zeit eine bedeutungsvolle Karriere in diesem Bereich aufzubauen.

„Auch wenn es unglaublich klingt: es ist tatsächlich ein italienisches Unternehmen, das es tausenden von jungen Menschen in Südafrika ermöglicht, etwas über Natur- und Artenschutz zu lernen und wieder in Kontakt mit Tier und Natur zu kommen. Wir fühlen uns geehrt und sind stolz darauf,“ sagt Pierangelo Bressan, Präsident von Garmont International.

„Seit über 50 Jahren stellt Garmont Qualitätsschuhe für Bergsteiger, Trekking- und andere Outdoor- Aktivitäten her. Ohne Natur, ohne Umwelt, ohne jene ‚Wildnis‘, die uns zu unserem Motto „Stay Wild“ inspiriert hat, gäbe es Garmont nicht: Wir dürfen das nicht für selbstverständlich halten. Können Sie sich vorstellen, dass die nach 2026 geborenen Kinder Nashörner wahrscheinlich nur noch aus Büchern kennen werden? Es ist eine brutale Realität, keine Erfindung: Ich glaube, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, dies zu verhindern. Es ist der Moment gekommen, der Natur und den zukünftigen Generationen etwas zurückzugeben.“

„Ich teile die Vision von Matt voll und ganz“, so Bressan weiter, „und glaube daran, dass wir durch Erziehung, Entwicklung und Bildung der Menschen etwas bewirken können. Darauf zielen wir bei unserer Zusammenarbeit mit dem Global Conservation Corps ab, und das ist das, was wir durch zukünftige Projekte erreichen wollen: Brücken schlagen und Hindernisse beseitigen, sodass die Menschen wieder eins mit der Natur werden und ihre „Stay wild“ Seite wiederentdecken können. Wir wollen die Leidenschaft aller Naturliebhaber wecken, und die mentalen Grenzen zu überwinden um unsere wilde Seite im Alltag, wie auch immer diese aussehen mag, zu leben. Das ist die Philosophie, die hinter unserem Motto „Stay Wild“ steht: Wir müssen niemand außergewöhnliches sein, um Außergewöhnliches zu tun. Genau diese Geisteshaltung hat uns nach Südafrika gebracht und hat uns dazu gewogen uns für etwas zu engagieren, das auf den ersten Blick wenig mit unserem Geschäft als italienisches Unternehmen zu tun hat. “

„Aber genau darum geht es: Es mag uns auf den ersten Blick vielleicht nichts angehen aber es geht uns definitiv alle etwas an. Ich hoffe wirklich sehr, dass Unternehmen jeder Art und Größe – ob klein und mittelständisch wie Garmont – sich dessen bewusst werden, bevor es zu spät ist. Nur durch gemeinsames Engagement können wir Zukunft sichern und dabei spreche ich nicht nur von Business“ betont Pierangelo Bressan.

Fotos: Michele Sofisti

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