Weekend

Majestätisch

15. Februar 2019

Gagliano del Capo, Apulien: Palazzo Daniele eröffnet im April 2019. Das 9-Suiten Hotel befindet sich in dem 150 Jahre alten ehemaligen Familienpalast des Kunstphilanthropen Francesco Petrucci

Freiliegende Mauern zeigen die Zeichen der Zeit, während die fast klösterlichen Betten sich gekonnt zurückhalten und der Grandezza der ursprünglichen Deckenfresken und des Mosaikbodens genügend Raum geben

Der Palazzo Daniele liegt abseits typischer Touristenpfade im verschlafenen, noch eher unbekannten Gagliano del Capo in Apuliens Region Salento – bekannt für seine charmante Mischung aus klassizistischer, barocker und byzantinischer Architektur. Salento ist nicht nur das Tor zur felsigen Adriaküste oder den Sandstränden des Ionischen Meeres, hier findet auch alljährlich die internationale Kunstmesse Capo d’Arte statt. Ursprünglich im Jahr 1861, dem Jahr der Einigung Italiens, erbaut, wurde der stattliche Palazzo von dem bekannten Architekten Domenico Malinconico im neoklassizistischen Stil mit einer Reihe von Innenhöfen und einer üppigen mediterranen Landschaftsgestaltung gestaltet. Der von Ludovica und Roberto Palomba vom preisgekrönten Mailänder Designstudio Palomba Serafini Associati umgestaltete Palazzo Daniele entpuppt sich nun als harmonischer Dialog zwischen raffiniertem Minimalismus und der Pracht des 19. Jahrhunderts. Inspiriert von der Idee der Abwesenheit, reduzierten die Palombas die Innenräume und bewahrten die strukturelle, architektonische Integrität durch die Restaurierung von reich verzierten Fresken und Originalfußböden: eine außergewöhnliche Kulisse für die sorgfältig kuratierte Kunstsammlung des Palazzos. Von Petrucci in Auftrag gegebene Arbeiten für das Hotel, wie eine Lampe von Luigi Presicci, Hocker von Nicolas Party, eine Skulptur von Roberto Cuoghi sowie eine Lithographie von Carla Accardi, harmonieren mit Portraits der Ahnen und neoklassischen Designmotiven.

Die Umgestaltung des Palazzo Daniele erstreckt sich auch auf die räumliche Neugestaltung des Gebäudes. Die großen Wohnbereiche an der Vorderseite dienen jetzt als spektakuläre Ausstellungsräume, während die Suiten im hinteren Teil des Palazzo Blick auf die grünen Innenhöfe, den sonnenverwöhnten Pool oder die zentrale Piazza von Gagliano del Capo bieten. Gewölbte Decken unterstreichen die klösterliche Anmutung der spärlich eingerichteten Räume, verstärken die Wirkung von punktuell eingesetzten Designelementen und lassen die Grenzen zwischen Kunst und Funktion verschwimmen. Die 25 m² großen Junior Suiten und die 45 m² große Royal Junior Suite verfügen über Kingsize-Betten und offene Garderobenschränke aus schwarzem Stahl, von den Palombas speziell angefertigt – ein charakteristisches Merkmal in allen Suiten. Das Badezimmer des Letzteren wurde als „lebende“ Kunstinstallation konzipiert, bei der das Wasser der Regendusche von der sechs Meter hohen Decke auf ein vom italienischen Künstler Andrea Sala entworfenes Becken fällt. Ein außergewöhnliches Designstück, eine Lightbox von Simon d’Exea, erweist sich als äußerst praktisch, da es jede der 40 m² großen Suiten beleuchtet, in denen auch zeitgenössische Kunstwerke von Claudio Abbate, Eva Jospin und Christian Frosi gezeigt werden.

Die großzügige, 130 m² große Master Suite ist um ein großes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer aus dem 19. Jahrhundert herum angelegt und verfügt über zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und natürlich eine Auswahl aus der beneidenswerten Kunstsammlung des Palazzo Daniele. Das Herzstück des Hotels aber ist das aristokratische Suite Apartment, das einen ganzen Flügel des Palazzo mit separatem Zugang, eigener Küche, einem Wohnzimmer, drei Schlaf- und Badezimmern und einem Esszimmer einnimmt. Dieses 200 m² große Apartment zeichnet sich durch die perfekte Kombination aus architektonischem Erbe, minimalistischen Design und atemberaubender Kunst aus – darunter Mohamed Namous „Pocket“ und Sergio Breviarios „Prototipo Macchina per la Conquista del Mondo“.

Hyperlokalismus ist eines der verbindenden Prinzipien der Hotels aus der GS Collection und der Schlüssel zum „social concept“ des Palazzo Daniele. Im Zentrum des Dorfes gelegen, garantiert das langjährige Ansehen des Palazzo innerhalb der Gemeinde, dass die Gäste einen unvergleichlichen Zugang zum traditionellen Leben Apuliens haben. Warum also nicht mit einem benachbarten Fischer morgens früh aufs Meer zum Angeln fahren, der Köchin Federica den Fang des Tages präsentieren und diesen dann ganz „family style“ am großen Gemeinschaftstisch des Palazzo zu genießen. Federica freut sich zudem, wenn sie einige der seit vielen Generationen überleiferten Techniken zur Pasta-Herstellung weitergeben oder sich mit Gästen auf die Suche nach dem besten Mozzarella der Region machen kann.

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