Weekend

K5, im Finanzviertel von Tokio

7. Februar 2020

Während sich die Stadt Tokio auf den Sommer vorbereitet, tritt ein neuer Mitspieler der Hotellandschaft auf die Bühne

K5 ist ein idealer Ausgangsort, um in die unterschiedlichsten Facetten Tokios einzutauchen

Die Lage überzeugt. Im aufstrebenden Osten Tokios, im Geschäftsviertel Marunouchi und nur zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, ist das K5 ein zentraler Punkt in der Stadt. Das Hotel ist der Anker im neu belebten Bezirk Kabuto-cho, dem ehemaligen Finanzzentrum Japans, wo heute Einzelhandel, Bars, Bistros und Co-Working spaces in alten Gebäuden untergebracht sind – die Umgebung des für die Tokio Börse bekannten Quartiers gestaltet sich langsam neu. Das aus Beton gebaute ehemalige Bankgebäude, heute das Hotel, stammt aus den 1920er Jahren und passt sich dementsprechend der für diese Gegend typischen klassischen Architekturästhetik an. Im Inneren hat das schwedische Designbüro Claesson Koivisto Rune (CKR) die Neugestaltung mit großer Begeisterung in Angriff genommen und dabei die ursprünglichen Merkmale des Gebäudes voll respektiert. So werden die ursprünglichen Rohbetonböden durch neuere Beläge aus demselben Material ergänzt, während traditionelle Akzente wie Zedernholz und japanische Stuckarbeiten die Authentizität und die Verbindung zur Vergangenheit des Gebäudes aufrechterhalten. Zusätzlich hat CKR, inspiriert von „aimai“ als Designkonzept, eine greifbare Stimmung der Formlosigkeit in einer Reihe von Räumen umgesetzt, in denen sich verschwimmende Grenzen für vielseitige Bereiche anbieten, die im Laufe des Tages ihren Charakter verändern. So geht zum Beispiel der Empfang in einen Coffeeshop über, der sich weiter in die Weinbar erstreckt und anschliessend zum Restaurant wird. Ein gezielter Entwurf; mit Absicht vermischen sich die Räume und ihre Funktionalitäten.

Ungewöhnlich ist, dass die besondere Lage des Hotels die Beleuchtung und das Farbschema in einigen öffentlichen Räumen direkt beeinflusst hat. An der Rückseite des Hotels liegt eine arterielle Durchgangsstraße und so nutzt das Konzept von Claesson Koivisto Rune das Abblendlicht der Autos als positive Besonderheit: in alle Fenster im rückwärtigen Teil des Hotels wurde farbiges Glas für eine kaleidoskopische Lichtshow eingebaut – hier befinden sich die Hotelflure. Ähnliche Farbfeuerwerke gibt es in den Gästezimmern. Die offenen Räume werden defniert durch einen großen zentralen Schleiervorhang, der aus natürlich gefärbtem Stoff in kräftigen Indigotönen geschnitten ist. Die großzügigen Proportionen der hohen Räume werden durch die minimale Anordnung der von CKR entworfenen Sofas, Ledersessel und Blumentöpfe – um jeden verschleierten Zimmermittelpunkt positioniert – noch verstärkt. Hingucker sind die Plattenspieler mit ihrer kuratierten Vinylkollektion. Alles verbindet sich mit den von Claesson Koivisto Rune entworfenen Leuchten, vor allem mit den individuell gefertigten Lampen aus Waschi-Papier, mit Einrichtungsobjekten von Maruni und Emeco sowie mit Drucken aus der „Faciem“-Sammlung des Architekten. In den K5-Zimmern, den Junior Suiten und dem K5 Loft unterstreichen die mit Kvadrat-Textilien bezogenen zweisitzigen K5-Sofas die Schwingung des Hotels zwischen skandinavischem und japanischen Designgefühl. Vortrefflich wird dies in den fast 20 von Claesson Koivisto Rune für das Hotel entworfenen Objekten, von Sitzgelegenheiten bis hin zu Bleistiften, verkörpert. Weiter geht es in den Badezimmerbereichen, in denen maßgeschneiderte Waschbecken mit Holzbänken von Wand zu Wand, mit strengen weißen Fliesen, Zedernholzdecken und roten sowie weißen Lichttönen kombiniert werden. Die Amenities stammen von Brown Alchemist. Das „aimai“ Konzept drückt sich auch in den Zimmern aus: unauffällige Trennwände aus japanischem Zedernholz zwischen Schlaf- und Badezimmern und zentral positionierte, übergroße Spiegel vermitteln in jedem Raum ein deutliches Gefühl der Kontinuität.

Fotos: PR

designhotels.com

3-5 Nihonbashi Kabuto-cho, Chuo-ku, Tokyo 103-0026

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