Weekend

Holzhacken – 5 Tricks vom Förster

23. November 2018

Einen Hauklotz, einen Holzstapel, eine Axt: So lautet die Formel zum Glück. Seit Jahrtausenden ist sie unverändert. Irgendwie archaisch, irgendwie zeitlos. Wer das Gefühl nicht kennt, wenn nach einem gezielten Hieb, das Scheit zerbricht, sollte das ändern

Ein Schlag reicht meist nicht aus

Worauf es dabei ankommt, erklärt Förster und Fiskars-Experte Jürgen
Greißner. Denn Brennholz machen ist für ihn Muss und Muse. Und
Kaminfeuer wärmt sowieso am besten.

01 | Werkzeugwahl entscheidet

Wer Holz spalten möchte, braucht eine Spaltaxt – soweit so klar. Für
die optimale Spaltleistung ist jedoch die Größe entscheidend. Die
Länge vom Kopfansatz bis zum Stielende sollte der Armlänge des
Nutzers entsprechen. Außerdem wichtig: das Kopfgewicht. Es sollte nur
so schwer sein, dass sich die Axt aus dem Handgelenk heraus heben
lässt.

02 | Erst lesen, dann spalten

Zugegeben, ein ordentlicher Wumms kann beim Holzspalten nicht
schaden. Das heißt jedoch nicht, dass Kraftprotze zwangsläufig im
Vorteil sind. Denn wer vor dem Spalten das Holz liest, spart mitunter
viel Energie. Häufig ziehen sich feine Risse durch das Holz. Diese
gilt es zu erkennen, da sie die Bruchlinie vorgeben. Schlägt man
treffsicher dort hinein, genügt manchmal schon ein Hieb und die
Stammrolle bricht entzwei.

03 | Von außen wegspalten

Bei verwachsenen Holzstücken reicht ein Schlag meist nicht aus. Denn
sie brechen selten glatt in zwei Hälften. Um sie trotzdem zu spalten,
sollten Holzhacker von außen nach innen spalten. Das heißt, Hieb für
Hieb schmale Scheite abzuschlagen, bis sich die Rolle nicht weiter
zerkleinern lässt. Wenn dabei kleine Scheite herauskommen, ist das
kein Problem. Denn die eignen sich bestens, um ein Feuer in Gang zu
bringen.

04 | Sicher ist sicher

Eine gute Spaltaxt ist ein unschlagbares Werkzeug – und gerade
deswegen verdammt scharf. Fehlschläge sollte man sich keine erlauben.
Selbst erfahrene Waldarbeiter wissen: Beim Holzhacken kann immer
etwas passieren. Deshalb ist Schutzkleidung ganzjährig Pflicht. Dazu
gehören festes Schuhwerk (idealerweise mit Stahlkappen), Handschuhe
und eine Schutzbrille. Denn sicher ist sicher!

05 | Brennwert nicht überschätzen

Eiche und Buche sind als Heizmaterial besonders gefragt. Der Grund:
Sie besitzen unter den heimischen Hölzern den höchsten Brennwert,
rund 2.100 Kilowattstunden pro Raummeter. Im Vergleich dazu kommen
Nadelhölzer wie Fichte oder Tanne auf lediglich 1.500
Kilowattstunden. Den Brennwert sollte man aber nicht zu sehr
überschätzen. Denn bei modernen Öfen macht die Wahl der Holzart nur
einen geringen Unterschied in der Heizleistung. Hinzu kommt:
Nadelhölzer sind im Vergleich zu anderen Holzarten meist günstiger.

Fotos: Fiskars

fiskars.com

© 2018 Robert’s