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Filmtipp: DIE GEBURT DES LEOPARDEN

7. März 2020

oder wie aus einer großen Liebe ein Meisterwerk der Weltliteratur entstand

„Ein Tagebuch zu führen oder in einem bestimmten Alter die persönlichen Erinnerungen aufzuschreiben, sollte eine vom „Staat auferlegte“ Pflicht sein: Das nach drei oder vier Generationen angesammelte Material würde einen unschätzbaren Wert haben, viele psychologische und historische Probleme, welche die Menschheit bedrängen, würden sich lösen.“ Giuseppe Tomasi di Lampedusa, I RACCONTI

Hinter der Entstehungsgeschichte des ‚Gattopardo’ verbirgt sich eine wahre Liebesgeschichte, die diesen großen Roman fast noch in den Schatten stellt.

Als der Autor Giuseppe Tomasi di Lampedusa 1957 starb, war er mittellos. Seine Witwe konnte nur mit einem Darlehen überleben. Doch als ein Jahr nach seinem Tod der einzige Roman Tomasis „Il Gattopardo – DER LEOPARD“ als Buch erschien, war er auf Anhieb ein Welterfolg mit über 10 Millionen verkauften Exemplaren und er ist noch heute ein Bestseller.

Der gleichnamige Film von Luchino Visconti mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon gewann 1963 die Goldene Palme in Cannes. So wie der Roman heute als Meisterwerk der Weltliteratur gilt, wird die Verfilmung als Meisterwerk der Filmgeschichte angesehen.

Der Dokumentarfilm DIE GEBURT DES LEOPARDEN erzählt von der Verbindung des Autors mit seiner deutsch-baltischen Ehefrau, der Psychoanalytikerin Alexandra von Wolff-Stomersee. Sie lernten sich in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts kennen und lieben. DIE GEBURT DES LEOPARDEN ist eine filmische Beschreibung der Beziehung eines Paares, das vor dem Hintergrund der großen Umwälzungen Europas fast alles verloren hatte und dem es dennoch gelang, sich selbst neu zu erfinden. Es ist auch eine Geschichte zwischen dem äußersten Nordosten Europas und seinem südlichsten Ende.

In jedem Jahr lädt die Vereinigung deutsch-italienischer Kulturgesellschaften (VDIG) zu einem Lesemarathon. In diesem Jahr stellt sie das Werk „Il Gattopardo – DER LEOPARD“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa in den Mittelpunkt. Im Fokus steht die im Piper Verlag erschienene neue Übersetzung des Werkes von Burkhart Kroeber. Der Übersetzer, der mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde und dem deutschen Publikum wie kein anderer die italienische Literatur durch seine Arbeit zugängig gemacht hat, arbeitet bei diesem Projekt eng mit der VDIG zusammen. Am 5. März 2020 wurde damit die erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortgesetzt, die bekannte Werke und Autoren wieder in das Bewusstsein der Leser bringen soll oder sie neu entdecken lassen sollen.

Aufmacherfoto: Giuseppe Tomasi di Lampedusa ©Gioacchino Lanza Tomasi / FILMWELT . Es folgen: Giuseppe Tomasi di Lampedusa ©Gioacchino Lanza Tomasi / FILMWELT; Alexandra Wolff-Stomersee © Gioacchino Lanza Tomasi / FILMWELT

Die Geburt des Leoparden. Regie: Luigi Falorni. Drehbuch: Bernhard Pfletschinger, Thomas Keutner

Seit 5.März im Kino

© 2020 Robert’s