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Filmtipp: Astronaut

20. Oktober 2020

Sein ganzes Leben lang hat der pensionierte Straßenbauingenieur Angus Stewart (Richard Dreyfuss) davon geträumt, als Astronaut ins All zu fliegen. Nun, mit 75 Jahren rückt die Erfüllung seiner Sehnsucht plötzlich noch einmal in greifbare Nähe

“ES IST NIE ZU SPÄT, NACH DEN STERNEN ZU GREIFEN”

Im ersten kommerziellen Weltraumflug des visionären Selfmade-Milliardärs Marcus Brown (Colm Feore) soll der letzte Platz über eine Fernsehlotterie vergeben werden. „Wann, wenn nicht jetzt“, denkt sich Angus, der gerade auf Initiative seiner Tochter Molly (Krista Bridges) wegen gesundheitlicher Probleme in ein Altersheim umziehen musste. 
Mithilfe kleiner Tricks und seines Enkels (Richie Lawrence) kommt er tatsächlich als ältester Bewerber in die Vorauswahl um das begehrte Freiflugticket. Doch nicht nur sein Gesundheitszustand macht Angus zu schaffen, kurz vor dem Launch entdeckt er eine gefährliche Schwachstelle in Marcus‘ Raumfahrtprojekt. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem nicht nur Angus‘ Flug zu den Sternen auf dem Spiel steht… Doch Angus gibt nicht auf.
Oscar-Gewinner Richard Dreyfuss, der in Der weiße Hai auf Monsterjagd ging und in Unheimliche Begegnung der dritten Art in ein UFO stieg,  folgt in dieser herzerwärmenden Tragikomödie erneut dem Ruf des Weltalls. Gemeinsam mit Regisseurin Shelagh McLeod, die mit ASTRONAUT im Alter von 59 Jahren ihr Spielfilmdebüt realisierte, zeigt er, dass Wünsche kein Verfallsdatum haben und es nie zu spät ist, um noch einmal Anlauf zu nehmen.

Astronaut werden – das war schon immer Angus großer Traum. Doch nun, mit 75 Jahren, schwindender Gesundheit und im Ruhestand nach einer langen Karriere als Straßenbauingenieur, hat er seinen Wunsch längst begraben. Seit dem Tod seiner Frau lebt er bei seiner Tochter Molly. Er verbringt seine Tage damit, seinem schroffen Schwiegersohn Jim aus dem Weg zu gehen und seinem geliebten Enkel Barney unter die Arme zu greifen. Doch dann erscheint eines Nachts ein atemberaubender Komet am Himmel. Zur gleichen Zeit kündigt der unkonventionelle Milliardär Marcus Brown einen nationalen Wettbewerb mit Verlosung an. Der Gewinn: ein Freiflugticket für einen Trip ins Weltall! Unter den Teilnehmern sollen für die Vorausscheidung zwölf Kandidaten ausgelost und in Fernsehinterviews vorgestellt werden. Derjenige, der die meisten Stimmen des Publikums bekommt, wird das Goldene Ticket gewinnen. Barney will unbedingt, dass sein Großvater Angus teilnimmt. Doch Angus weiß, dass seine Tage gezählt sind, und hört nicht auf seinen Enkel. Dann erleidet Angus einen kleinen Schlaganfall, was Molly zutiefst verstört. Um seiner Familie nicht zur Last zu fallen, willigt Angus zu Jims Erleichterung ein, in ein Pflegeheim zu ziehen. Zwar ist das der allerletzte Ort, an dem Angus sein will, doch dann schließt er eine ungewöhnliche Freundschaft mit dem durch einen Schlaganfall fast vollständig gelähmten Len. Kurz vor Ablauf des Wettbewerbs rafft sich Angus in letzter Minute doch dazu auf, seine Chance wahrzunehmen. Er schwindelt sich etwas jünger und wird zur Verlosung zugelassen. Und tatsächlich – sei es Zufall oder Schicksal, wird Angus als einer von zwölf Kandidaten ausgelost. Als sein Schwiegersohn Jim eine Kündigung erhält und seinen Job als Bankmanager aufgeben muss, entwickelt sich zwischen den beiden Männern unerwartet Solidarität. Auch sein Enkel Barney und Angus’ Mitbewohner im Heim verbünden sich, um ihm bei der Vorbereitung für das Fernsehinterview zu helfen. Als Angus im Raumfahrtzentrum ankommt, entdeckt er auf der Startbahn des Raumflugzeugs Risse, die ihn beunruhigen. In seinem vergeblichen Versuch, darauf hinzuweisen, wird er immer aufgeregter. Als er schließlich vor der Kamera sitzt, verliert er im Interview die Nerven. Er erleidet während der Sendung einen weiteren Anfall, wird ohnmächtig und im Anschluss disqualifiziert. Am Boden zerstört über das Scheitern seines Traums, kehrt er in das Pflegeheim zurück. Der Countdown für den Start des Raumflugzeugs läuft. Angus ist sich mit seinem Wissen als Straßenbauingenieur sicher, dass bei der Konstruktion der Startbahn aus Zeitnot ein wichtiger Schritt ausgelassen wurde. Verzweifelt versucht er eine mögliche Tragödie zu verhindern und fleht Marcus an, ihm zuzuhören: „Die Startbahn ist nicht sicher!“ Doch Marcus bleibt stur – es steht zu viel auf dem Spiel. Seit über 20 Jahren arbeitet er an der Verwirklichung seines Projektes, kommerzielle Weltraumflüge anzubieten. Nun, kurz vor dem Erreichen seines Ziels kann der Start doch nicht wegen des Geredes eines alten Mannes verzögert werden. Doch eine Erschütterung auf der Startbahn bringt Marcus dazu, Angus und seine Familie aufzusuchen. Demütig und bescheiden geworden, gesteht er ein, dass Angus Recht hatte. Wie von Angus vorhergesagt, ist der Kalkstein unter der Deckschicht der Startbahn erodiert. Angus fühlt sich endlich wertgeschätzt und willigt ein, bei einer Suche nach der Lösung zu helfen. Es ist Starttag. Die aufgeregten Astronauten sind kurz davor, das Raumflugzeug zu besteigen. Marcus führt sie an. Neben ihm steht, stolz und triumphierend, Angus. Marcus’ Mitarbeiterin hat Angus ihren Platz überlassen. Angus’ Traum steht kurz vor seiner Erfüllung.

Fotos: © JETS Filmverleih und Vertrieb

Ein Film von Shelagh McLeod. Mit Richard Dreyfuss, Lyric Bent, Krista Bridges, Colm Feore, Richie Lawrence, Graham Green u.a.

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