Weekend

Ein neuer Raum für ein privates Museum in Berlin

27. Oktober 2017

The Feuerle Collection vereint Gegenwartskunst mit kaiserlich-chinesischen Möbeln und alter Kunst aus Südostasien Jetzt wurde ein Insence Room hinzugefügt

Kuratorische Pionierarbeit

Die Feuerle Collection ist seit dem 14. Oktober 2016 offiziell für die Öffentlichkeit geöffnet. Das neue Museum in Berlin ist der einzigartigen Sammlung Désiré Feuerles gewidmet, in welcher internationale zeitgenössische Künstlerpositionen kaiserlich chinesischen Möbeln und alter Kunst aus Südostasien gegenübergestellt werden. Nach einer ausverkauften Preview Woche im April 2016, die auf großes internationales Medieninteresse stieß, wurde die Feuerle Collection im Sommer letzten Jahres zu einem der offiziellen Standorte der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, die über 100.000 Besucher anzog. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen, aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden, Telekommunikationsbunker, den der britische Architekt John Pawson renovierte. Die Ausstellung regt einen Dialog verschiedener Zeitalter und Kulturen an, indem sie eine alternative Wahrnehmung der alten Kunst anbietet und zugleich eine neue Perspektive auf die Kunstwerkeschafft, die der Betrachter auf eine synästhetische Weise erlebt. „(…) a passage leading to a unique experience (…) forcing you to readjust all your senses to negotiate the space.“ – WallpaperMagazine, 6. Mai 2016.

In der Feuerle Collection werden Khmerskulpturen des 7.-13. Jahrhunderts aus Stein, Bronze und Holz gezeigt, kaiserlich-chinesische Lack- und Steinmöbel, Gelehrtenmöbel, die von der Han Dynastie bis hin zur Qing Dynastie, von 200 v. Chr. bis ins 18. Jahrhundert reichen, sowie Arbeiten von Cristina Iglesias, Anish Kapoor, Zeng Fanzhi, James Lee Byars, Nobuyoshi Araki und Adam Fuss. „Spaced out generously, (…) creating a feeling of totalized preciousness.”- Blouin Artinfo, 20. Mai 2016. Ausgewählt und gesammelt wurden alle Stücke von dem Museumsgründer Désiré Feuerle, einem Connaisseur asiatischer Kunst, der kuratorische Pionierarbeit leistete, indem er die Gegenüberstellung zeitgenössischer und alter Kunst in einer Reihe bahnbrechender Ausstellungen in den 90er Jahren zeigte.

“I feel that Désiré has a ‘Chinese Eye’ when it comes to his collection which makes him always choose the best pieces.“ (Zeng Fanzhi)

Der ehemalige Telekommunikationsbunker in Berlin-Kreuzberg wurde von John Pawson restauriert und an seine neue Funktion angepasst. Pawson ist für seine minimalistische Architektur und Sensibilität im Umgang mit bestehenden Gebäuden berühmt.

“Pristine white walls have been sparingly introduced on the ground floor, with mirrored walls on the lower ground floor. The monumentality and historical markings of the space live on, but the atmosphere is changed, by the lightest of touches, from one of wartime paranoia to one of peaceful contemplation.” – Apollo Magazine, 28. April 2016.

Der Incense Room

Die Incense Zeremonie zeugt vom hohen Grad der Verfeinerung, den die chinesische Kultur erreicht hat. Sie ist eine der ältesten Traditionen Chinas und reicht über 2000 Jahre in die Han Dynastie zurück. Es handelt sich um eine spirituelle Disziplin, bei welcher man durch das̈Aufnehmen der Energie aus den edlen Düften, in Beobachtung von Körper und Geist tritt. Der Incense Room in der Feuerle Collection, welcher 2017 eröffnet wird, ist weltweit der erste solche Raum in einem Museum und wird die Bedeutung dieser alten, kostbaren, chinesischen Zeremonie betonen.

Fotos: Die Aufnahmen wurden uns freundlciherweise von der Feuerle Collection zur Verfügung gestellt.

the feuerlecollection.org

 

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