Daily Life

Die letzten Nomaden der Arktis

11. Oktober 2019

Seit 30 Jahren bereist Francis Latreille die Arktis, um die dort lebenden Menschen zu besuchen und zu fotografieren. Es entstand ein eindrucksvoller Bildband

Der Moderne trotzen

Rentierzüchter, Trapper, Jäger, Nomaden – in der Arktis leben viele Menschen noch immer auf traditionelle Art und Weise, auch wenn gesellschaftliche Veränderungen, Umweltprobleme und der globale Klimawandel ihre Lebensgrundlage und ihre Kulturen bedrohen. Seit 30 Jahren bereist Francis Latreille die Arktis, um die dort lebenden Menschen zu besuchen und zu fotografieren: die Dolganen und die Nenzen im Norden Russlands, die Tschuktschen und die Jakuten im fernöstlichen Sibirien, die Korjaken auf Kamtschatka, die Sami im Norden Skandinaviens und die Inuit in Kanada und auf Grönland. Er folgte ihnen auf ihren Herdenwanderungen durch die Tundra, ging mit ihnen auf die Jagd und zum Fischen und teilte den Alltag mit ihnen. So bildete sich eine enge Bindung, aus der die eindrucksvollen und emotionalen Bilder über das naturverbundene Leben dieser Menschen entstanden sind. Erik Orsenna, ein Freund Latreilles, liefert in seinen Texten eine wahre Liebeserklärung an den hohen Norden und seine Nomaden, ergänzt durch die Texte von Experten des französischen naturgeschichtlichen Nationalmuseums. Gemeinsam huldigen Latreille und Orsenna der schwindenden Welt der Nomaden, die mit der Natur leben und der Moderne trotzen, und geben den Menschen ihre Stimme. Die Motive in Ihrer Reihenfolge: Die Nenzen im Norden Russlands. Der kleine Nenzenjunge Anton betrachtet und streichelt das Mammutkalb Ljuba, das seit 39 000 Jahren im Permafrostboden tiefgefroren und konserviert wurde. Es wurde von Juri Chudris Familie nahe des Flusses Juribei auf der Jamal-Halbinsel entdeckt.  Im konischen, mit Rentierfellen bedeckten Zelt, dem Tschum, bereitet man sich auf die Wanderschaft mit den Herden vor. Alle sechs bis acht Tage ziehen alle mit dem gesamten Viehbestand weiter. Die Inuit von Grönland. Im Sermilik-Fjord erlegt Ottoq Nakinge, der im Ruf steht,einer der besten Jäger der Region zu sein, eine Sattelrobbe: 160 Kilogramm Fleisch werden unter den Hunden verteilt, doch die besten Stücke sind für ein Mahl der Familie bestimmt. In Oqqaatsut, einem 30-Seelen-Nest an der Westküste Grönlands, hängt der Kabeljau im eiskalten Nordwind zum Trocknen an Gerüsten. Im Slider: Piotr, der alte Weise der Schar (Dolgane). Nomade der Dolganen auf seinem Schlitten. Titel.

Fotos: Francis Latreille/Knesebeck Verlag

Gebunden, 232 Seiten, mit 250 farbigen Abbildungen aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller, knesebeck-verlag.de

Weitere Informationen unter: erik-orsenna.com francislatreille.com

 

 

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