Well Being

Die Käse Kathedrale

9. Februar 2018

Ein besonderes Schmankerl: Felsengereifter Käse aus Österreich

Der Käse aus dem Keller

In einer imposanten 160m langen Kathedrale aus Stein lagern die fünf- bis sechshundert Tonnen Hart- und Schnittkäse der Familie Plangger (Der Dom von Florenz, der viertgrößte Europas, ist 153m lang). Doch die Bezeichnung »Keller« entspricht nicht dem Eindruck, den man in diesem Raum gewinnt. Mit seiner Länge von 160 Metern, zehn Metern Breite und zehn Metern Höhe ähnelt er einer Kathedrale. Seit den 70er Jahren produziert die Familie Herbert Plangger in Niederndorf ihren Käse. Umweltschutz, die Schonung der Natur und Tradition gehen dabei Hand in Hand. Dies beginnt bereits beim Boden für das Futter für die Tiere – denn gutes Futter ergibt gute Milch. Um den besten Boden für das Futter zuzubereiten, arbeitet die Familie mit Mikroorganismen, Lava, Urgesteinsmehl und Holzkohle. Durch ihre spezielle Art der Käseverarbeitung – echtes Lab, felsengereift und stetig mit natürlichem Steinsalz abgewaschen – bekommen der nussige Bergkäse und der Schnittkäse ihren besonderen und unverkennbaren Geschmack. Seit Inbetriebnahme des Felsenkellers im Oktober 2015 verläuft  die Reifung des Käses komplett natürlich. Bisher konnte die Käserei nur 200 Laib im Festungsberg lagern. In ihrem Felsenkeller unter dem Ortsteil Sebi von Niederndorf ruhen heute fünf- bis sechshundert Tonnen Hart- und Schnittkäse. An der Stelle, an der vom ehemaligen Gasthaus »Sebi« einst die Weine lagerten, können Besucher einen Blick in den Käsekeller werfen. »Dank der Beschaffenheit des Gesteins mussten wir den Felsen nur an wenigen Stellen mit Beton stützen. So können wir die natürliche Atmosphäre des Gesteins optimal für den Reifungsprozess unseres Käses nutzen«, erklärt Martina Brunner, die Tochter des Käsers Herbert Plangger. Gemeinsam mit Schwester Anita und Sohn Reinhard führt sie den Familienbetrieb nach den Grundsätzen von Herbert Plangger: Qualität und Umweltbewusstsein. »Unter anderem unterstützen und organisieren wir für unsere Milchlieferanten einmal im Jahr eine Steinsandkur. Wer will, auf dessen Feldern bringen wir Biolith Gesteinssand auf«, erzählt Martina Brunner. Insgesamt zirka 1.000 Tonnen pro Jahr. Hochwertiges Futter für die Regenwürmer, die daraus Humus produzieren und den Nährstoffhaushalt im Boden erhalten. »Das wiederum spüren wir in der Qualität unseres Käses.« Spüren, oder besser schmecken. Denn der Käse von Plangger schmeckt würzig, jedoch nicht scharf.

Fotos: Käserei Plangger

Käserei Plangger, Sebi 25, 6342 Niederndorf, Österreich

kaeserei.at

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