Daily Life

Der Rucksack fürs Leben

28. Mai 2018

Qualität, Langlebigkeit und Haptik – sie sind bei diesem Rucksack überragend, aber dennoch nur Beiwerk. Denn die wahre Stärke seines Charakters offenbart er in seiner Funktionalität

Beste Materialien in Handwerkskunst verarbeitet

Auf seinen eigenen Weltreisen sammelte Volker Habermaass (unten links) die Erfahrungen, die er in diesem einen Stück in Vollendung kanalisierte. Denn er brachte die besten Materialien aus der Geschichte der Reiseausrüstung in dem Rucksack zusammen: Extra dickes Rindsleder aus Frankreich und Deutschland, verarbeitet in einer kleinen Manufaktur in Polen. Robustes Wachstuch aus England. Beschläge aus heute selten gewordenem, unverwüstlichem Messing. Die gepolsterten Schultergurte bergen ein Innenleben aus Industrie-Gurtband. Ösen aus dem Militärbereich, extra starke Nieten und Reißverschlüsse sowie ein Innenfutter aus strapazierfähigem Cordura-Nylon bieten Verschleiß keine Chance. Dieser Rucksack erfährt keine Abnutzung, sondern erwirbt sich Patina. Sein Deckel wird an Messingbeschlägen fixiert – und lässt sich dank der daran angebrachten Paracord-Schnur auch mit Handschuhen öffnen und schließen. Eine herausnehmbare Utensilien-Tasche verwahrt zuverlässig wichtige Dokumente oder lässt sich als Waschbeutel an einen Ast hängen. Die Innenversteifung am Rucksackboden ist mit wenigen Handgriffen zur Sitzgelegenheit umfunktioniert. Dank des Bodens ist er ein aufrechter Kerl – und lässt sich mit seinen durchdachten Ösen leicht am Fahrrad befestigen oder zum Jackenträger aufwerten. Stufenlos einstell- und abnehmbare Schultergurte ermöglichen einen schnellen Umbau zur Schultertasche. Geliefert wird der Rucksack in einem recycelten Wäschebeutel aus Armeebeständen, handbedruckt mit dem Heldbergsstempel – und er überrascht sofort durch den markanten, unnachahmlichen Geruch von Paraffinwachs und Leder. Von Tag eins an machen die nachdunkelnde Lederfärbung und seine Gebrauchsspuren ihn immer charaktervoller – mit jeder Tour. Sollte wider Erwarten doch mal eines seiner Teile Schaden nehmen: Heldbergs kriegt das wieder hin. An ihm wurden keine zwei Teile verschweißt, und so unersetzlich er als Ganzes für seinen Besitzer ist: Jedes noch so kleine Element ist mit einer einfachen Reparatur austauschbar. Das ist nachhaltig und Teil des Qualitätskonzeptes: Dieser Rucksack soll noch viele Nachkommen des Erstbesitzers begleiten. Viel Pflege braucht er nicht: Nachwachsen und Lederpflege sind aber je nach Geschmack erlaubt, um die Regenfestigkeit weiter zu erhöhen und den Lederton abzudunkeln. Das alles hat umgesetzt Designer Matthias Böck (unten rechts).

Fotos: PR

Circa 370 Euro

heldbergs.com

 

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