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Ausflug: Villa «Le Lac» Le Corbusier

17. August 2018

Die Villa „Le Lac“ in Corseaux, Schweiz ist ein Meisterwerk aus Erfindungsgabe und Funktionalismus – ein Architekturmanifest das bereits die Kernaussagen des in den zwanziger Jahren entwickelten Programms von Le Corbusier für die renommierten „Weissen Villen“ enthält.

L – C 1954 : "1923 war unser „Chemin Bergère“ noch ein verlassener Pfad, eine alte römische Straße, die die Bischofsitze von Sitten, Lausanne und Genf miteinander verband."

Dieses kleine Haus wurde 1923-24 nach den Plänen von Le Corbusier und seinem Cousin, Pierre Jeanneret, für die Eltern von Le Corbusier gebaut. Das Projekt zeugt von den Ideen, mit denen sich die beiden Architekten schon damals einen Namen gemacht hatten.

Die Villa vereint bereits drei der zukünftigen „fünf Punkte zu einer neuen Architektur“ : den Dachgarten (es handelt sich hier um die erste Ausführung dieses Konzepts), den freien Grundriss und das Langfenster. Mit ihrem puristischen Stil gilt diese Wohnmaschine als Meilenstein.

Der Bau des heute zu sehenden Hauses ist den ursprünglichen Plänen sehr treu geblieben. Im Nordwesten wurde 1931 ein oberer Stockwerkteil angebaut. Im selben Jahr wurde die Nordfassade mit verzinktem Stahlblech verkleidet und 1950 wurde die Südfront mit Aluminiumblech bedeckt. Die Mauer im Norden des Hauses war ebenfalls in den Original-Bauplänen nicht vorgesehen; sie wurde 1931 errichtet, als die neue internationale Strasse an Stelle des Uferwegs getreten war.

Le Corbusiers Eltern bezogen die Villa 1924. Der Vater, Georges Edouard Jeanneret, verstarb nach einem Jahr. Le Corbusiers Mutter, Marie Charlotte Amélie Jeanneret-Perret bewohnte das Haus bis 1960, und Albert Jeanneret, Le Corbusiers Bruder, bis 1973.

Fotos: Alexander Harbaugh (Aufmacher); Patrick Moser (3)

Dieses Jahr noch bis zum 2. September geöffnet. Freitag, Samstag und Sonntag von 11.00 bis 18.00
Letzter Eintritt : 17.30

villalelac.ch

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