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50 Jahre Mondlandung

7. Juni 2019

Am 20. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Möglich wurde das auch durch ausgiebiges Training in Flagstaff

Bevor Neil Armstrong vor 50 Jahren mit einem Spaziergang auf dem Mond einen großen Schritt für die Menschheit machte, musste er zuerst als Astronaut laufen lernen

Als Neil Armstrong am 20. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat, machte er sich unsterblich. In den folgenden drei Jahren spazierten 11 weitere Menschen über die Mondoberfläche. Möglich wurde diese Meisterleistung nur durch jahrelange Vorbereitung. Viele Hürden wurden in der Gegend um Flagstaff genommen. Dazu zählen die Ausbildung der Astronauten, das Testen der Technik und die Mondkartierung. Das 50. Jubiläum der ersten Landung ist ein hervorragender Anlass, sich auf Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der Mondmissionen zu machen.

Bevor Neil Armstrong vor 50 Jahren mit einem Spaziergang auf dem Mond einen großen Schritt für die Menschheit machte, musste er zuerst als Astronaut laufen lernen. Dafür trainierten er und seine Kollegen die Mondlandung in Flagstaff, weil die Geographie rund um die Stadt herum in ihrer rauen Beschaffenheit die der Mondoberfläche ähnelt.

Um diese Geschichte und das 50-jährige Jubiläum der Mondlandung zu würdigen, feiert Flagstaff ein Jahr lang dieses Jubiläum. Das Ganze beginnt mit einer Launch-Party am 20. Juli im Orpheum Theater. Zu den geplanten Aktivitäten gehören Vorträge von Historikern, Filmvorführungen und wissenschaftliche Präsentationen über den Mond, Mondkartierungen und das Apollo-Astronautentraining in Flagstaff in den Jahren vor dem Start. Zudem ist die Ausstellung des Mondrover-Prototyps „Grover the Rover“ im lokalen Astrogeology Science Center geplant sowie Führungen durch den nahegelegenen Meteor Crater, Teleskopbesichtigungen und Ausstellungen im Lowell Observatorium.

 1963 wurde mit dem Training in Flagstaff begonnen. Viele Astronauten, zu denen auch Armstrong gehörte, übten die Mondlandung unter anderem auf dem Gelände des Meteor Crater. Mitten in der endlosen Weite der Wüste fühlt es sich an, als befände man sich in einer Star Wars-Kulisse. Auf dem südlichen Colorado Plateau, nur 35 Minuten östlich von Flagstaff, liegt einer der größten Meteoriteneinschlagskrater weltweit. Der Meteor Crater entstand, als ein gewaltiger Meteorit mit rund 25 Metern Durchmessern vor etwa 50.000 Jahren auf der Erde einschlug und einen Krater von 1,2 Kilometern Durchmesser hinterließ. In der Nähe des Rands informiert ein Besucherzentrum anhand von Videos, Schaubildern und Modellen über die Bedeutung des Einschlags für die Wissenschaft.

Auch der nahegelegene Cinder Lake mit seinen schwarzen Vulkanfeldern eignete sich hervorragend, um Raumanzüge und Fluggeräte zu testen und die Fähigkeiten als Mondrover-Fahrer zu perfektionieren. Dieser Ort wurde wegen seines porösen vulkanischen Kieses ausgewählt, was dem Mondgestein sehr ähnlich ist. Um die Oberfläche des Mondes jedoch genau zu simulieren, haben die Wissenschaftler auf einem Teil des Aschesees ein mondähnliches Schlaglochfeld erstellt. Mit hunderten Pfund Dynamit schufen die NASA-Wissenschaftler ein zum geplanten Landebereich identisches Feld an Kratern.

Doch nicht nur körperliches Training stand auf dem Stundenplan, sondern auch das Studieren der Mondoberfläche war grundlegender Bestandteil. Dabei spielte das Lowell-Observatorium eine entscheidende Rolle. Hier arbeiteten von 1961 bis 1969 Wissenschaftler und Künstler zusammen, um detaillierte Karten der Mondoberfläche zu erstellen. Interessierte Besucher können tagsüber an geführten Touren über das Gelände teilnehmen oder in den Abendstunden den Sternenhimmel mit dem kürzlich wieder instandgesetzten Clark 24″ Refractor-Teleskop betrachten.

Aufmacherfoto: Joe O’Connor testing spacesuit at Hopi Buttes Volcanic Field northeast of Flagstaff, 1965. Credit: USGS photo P45, F96547c. Es folgen: Flagstaff’s own, Harrison “Jack” Schmitt, was Lunar Module Pilot for Apollo 17, 1972. Credit: NASA photo; Joe O’Connor testing spacesuit with simulated Lunar Module in the background at Hopi Buttes Volcanic Field northeast of Flagstaff, 1965. Credit: USGS photo P105, F666544c; USGS Field Test Support Unit member John Hendricks with the Explorer, a Lunar Rover Vehicle simulator at Cinder Lake Crater Field east of Flagstaff, December 1968. Credit: USGS photo P726c, F126842c; Apollo 15 astronauts Jim Irwin and Dave Scott on final geology exercise at Coconino Point on the Navajo Nation north of Flagstaff, June 1971. Credit: NASA photo S-71-39711; Field testing on Explorer vehicle, an early simulated lunar rover vehicle at Cinder Lake Crater Field #1 east of Flagstaff, October 1967. Credit: USGS photo P466c, F1167153CPR; A NASA engineer and Apollo 16 astronaut Charles Duke climb ladder to the canvas simulated Lunar Module (LM) during test at Cinder Lake Crater Field, June 30, 1971. Credit: USGS photo; Apollo 17 astronaut Harrison “Jack” Schmitt by the Grover, a simulated Lunar Rover Vehicle, at Coconino Point on the Navajo Nation north of Flagstaff, June 1971. Credit: NASA photo S-69-54560; Gordon Swann in Gemini suit during equipment test near the Bonita Lava Flow near Sunset Crater National Monument, June 1964. Credit: USGS photo

Weitere Informationen zu den Aktivitäten und Feierleichkeiten in Flagstaff gibt es hier

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